Antifa-Demo in Mayen

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Die Antifa (Antifaschistische Aktion) lud am 3. August 2013 zu einer Demo gegen Rechts, an den Mayener Ostbahnhof ein. Pünktlich um 15 Uhr verlas dort der verantwortliche Organisator die Regeln, an die sich die Teilnehmer*innen zu halten haben. Danach zogen knapp 100 Demonstrant*innen in Richtung Mayener Innenstadt.

Eher verwundert schauten die Einwohner Mayens aus ihren Fenstern – weniger wegen der Demonstrant*innen, die sich in Sprechchören durch die Straßen begaben – eher wegen der Hundertschaft an Polizist*innen, die teilweise sehr furchteinflößend (Knüppel, Helm, Pistole usw.), den Trott bewachten. Viele Bürger*innen ließen sich davon jedoch nicht abschrecken und schlossen sich spontan dem Zug an. Am Marktplatz hielt die Gruppe zu einer Kundgebung inne. Einige Teilnehmer*innen, Bürger*innen, u.a. auch Ramona Krötz und Jürgen Onko Stange hielten Redebeiträge, die von tosenden Beifällen begleitet wurden. Unterdessen versammelten sich unweit von dort, auf der Mayener Burg Neonazis, die schnell die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Sie verschwanden jedoch genauso schnell wieder, wie sie gekommen waren, nachdem der Demonstrationszug sich in ihre Richtung bewegte.

Die Polizei zeigte sich während des Zuges durch die Innenstadt neutral und unkompliziert gegenüber den gut organisierten, friedlichen Demonstrant*innen. Beim Rückzug zum Ostbahnhof kam es jedoch zu einem Tumult, als die Polizei einen Demonstrationsteilnehmer festnehmen wollte. Der Grund: Er trug ein Armband mit 6 Nieten! Schnell kam jedoch die Polizei von ihrer Absicht wieder ab und ließ den Betreffenden frei, nachdem die verantwortlichen Organisatoren erklärten, dass die Gruppe nicht ohne den Festgenommenen gehen würde. Bei den vielen, meist unter 30-jährigen Teilnehmer*innen, zeigte sich somit nicht nur eine gute Demonstrationskultur, sondern auch wahre Solidarität!

5 Kommentare in “Antifa-Demo in Mayen

  1. 1. @ Mona
    du hast völlig recht das war völlig sinnlose schikane, aber die haben sich selbst lächerlich gemacht, wegen nieten einzugreifen UND waren pissed als sie rausgefunden haben das er 12 ist von daher passt das schon. Immer schön wenn die Polizisten sich selbst lächerlich machen :D

    2. @ Patrick
    das vorlesen der Auflagen ist NICHT pflicht, niemals! das war eine Verarsche und ebenfalls wieder nur als schikane gedacht.
    Leider fehlt außerdem der Teil der Demo, der zurück zum Bf führen sollte.
    hier versuchten 4 (vier!!) Polizisten uns aufzuhalten, worauf ein Genosse spontan eine Demo angekündigt hat (was man auf derselben route darf) und die Beamten nichts dagegen machen konnten.

    Alles in allem eine sehr gute Demonstration mit vielen lustigen (?) jedenfalls erfolgreichen ereignissen

    solidarische Grüße aus bonn

    • @ josh
      Im Nachhinein fallen mir auch noch einige Dinge ein, die hätten näher beschrieben werden können. Wichtig ist auf jeden Fall, dass dieser für die Region wichtige Moment festgehalten ist.
      Zum Thema lustige Ergeignisse hatten verschiedene Szenen der Demo für mich eine gewisse Situationskomik – so z.B. auch die am Bahnhof Mayen auf dem Weg zum Zug. Die Demonstrant*innen gingen die linke Treppe rauf zum Bahnsteig – die Polizist*innen auf der rechten Seite. Naja, für einen außenstehenden Betrachter sicherlich witzig anzusehen. :-)

  2. Hallo,
    EifelTv spricht von 70 Polizisten, ich hab sie zwar nicht gezählt, aber gefühlt waren es Hundertschaften. Jedoch, und das kann ich angesichts der jungen AntiFa Mayen auch nachvollziehen, war die Pollizei auch gebetener Gast. Was mich jedoch stark verwunderte….. War der Zwischenfall am Ostbahnhof ein Stresstest? Wo kamen plötzlich die Hunde her? Warum wird wegen 6 Nieten gehandelt? Wegen möglicher Verletzungen nach der Demo? Jeglicher Stalker, mutmasslicher Schänder muss erst seine Gewaltbereitschaft beweisen um in den Genuss einer Festnahme zu kommen….
    Ich werde das Gefühl der Willkür gegen Links und bürgerlichen Aufstand gegen rausgeschmissenes Geld (Stuttgart 21, Blockupy um nur die großen zu nennen) nicht mehr los. Wer kann mich vom Gegenteil überzeugen?

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